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NOSTOS

Seit Beginn des russisch-ukrainischen Kriegs haben knapp 15 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer ihr Heim verloren und mussten als Binnenflüchtlinge oder im Ausland Zuflucht suchen. Unter ihnen sind sehr viele Kinder und Jugendliche, die kein Zuhause mehr haben und gezwungen sind, an neuen Orten und in fremden Häusern, Wohnheimen bzw. Notunterkünften zu wohnen.

In den letzten Monaten wurden im Gebiet Tscherniwzi und in der gleichnamigen Gebietshauptstadt über 100.000 Binnenflüchtlinge aufgenommen. Die Bedeutung dessen, was Heim ist und welche Rolle es für jede und jeden spielt, hat sich unter diesen Bedingungen grundlegend verändert. Für die Bewältigung des vielfachen und häufig endgültigen Verlusts bedarf es an Möglichkeiten der Artikulation und der (Neu)Verortung. Künstlerische Zugänge schaffen solche Möglichkeiten.

Das kunstpädagogische Projekt NOSTOS (Altgriechisch für Heimkehr) ermöglicht geflüchteten Jugendlichen und Jugendlichen aus Tscherniwzi im Alter zwischen 15 und 17 Jahren sich gemeinsam mit dem Begriff des Heims und dessen kriegsbedingten, individuellen Begriffsverschiebungen auseinanderzusetzen. Zusammen mit den Kurator*innen des Projektes sowie mit Mentor*innen aus der ukrainischen Kunstszene artikulieren die Teilnehmer*innen entlang künstlerischer Praktiken ihr individuelles Verhältnis zum Begriff Heim, stellen sich damit verbundenen Fragen und versuchen Antworten zu finden oder neue Blickwinkel bzw. Dimensionen auszuloten.

Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sollen in einem Zine und der Ausstellung festgehalten werden, das die Polyphonie der Diskussionen und künstlerischen Verarbeitungsformen verdichtet.

Das Projekt findet mit freundlicher Unterstützung vom Goethe-Institut Ukraine statt.